„Who dare wins“
Dieser Ausspruch des Britischen Special Air Service, frei übersetzt „Wer wagt gewinnt“, bezeichnet ein Motto, das im Bereich der Feuerwehr nur eingeschränkt gelten sollte.
Sicherlich ist nicht jede Situation während eines
Einsatzes planbar und oftmals muss improvisiert werden.
Trotzdem sollte die Gefährdung für die Einsatzkräfte,
speziell im Bereich Atemschutz durch gute Ausbildung und Besonnenheit soweit
minimiert werden, dass unnötige Schäden oder schlimmstenfalls Unfälle von
Kameraden weitestgehend ausgeschlossen werden.
Ein fünfköpfiges Ausbilderteam machte es sich zur
Aufgabe ein Weiterbildungsprogramm zu entwerfen, das analog zur regulären
Ausbildung laufen und die Atemschutzgeräteträger auf ihren Einsatz vorbereiten
sollte.
Hiermit sollten vor allem auch jüngere Kameraden
angesprochen werden, die „frisch“ vom Atemschutzgeräteträgerlehrgang kommen und
denen naturgemäß die praktische Erfahrung fehlt.
Die grundsätzlichen Themen waren schnell gefunden, da
die Feuerwehrdienstvorschrift 7 den Grundrahmen vorgab.
Themenschwerpunkte waren aber insbesondere das
Strahlrohrtraining, Rettungstechniken und der Einsatz unter erschwerten
Bedingungen.
Des Weiteren musste auf die örtlichen Belange, sowie
Besonderheiten hinsichtlich der AAO (Alarm- und Ausrückeordnung),
Fahrzeugbeladung und Einsatzkonzept Rücksicht genommen werden.
Das bisher praktizierte System der
Atemschutzüberwachung, welche für den sicheren Einsatz zwingend notwendig ist,
wurde ebenfalls den Besonderheiten angepasst.
Ohne von den Forderungen der Dienstvorschrift 7
abzuweichen, wurde das bisher genutzte System vereinfacht und so der Überwacher
entlastet.
Im Übrigen hat dieser Themenbereich im Training einen
sehr hohen Stellenwert und zieht sich wie ein Roter Faden durch die gesamte
Ausbildung, auch um die Wichtigkeit zu unterstreichen.
So wurden im Laufe der Zeit viele verschiedene Themen
zusammen getragen und zu einem Ausbildungsprogramm zusammengefasst.
Den Einsatzkräften werden u.a. folgende Themenbereiche
vermittelt:
-
Theoretische Unterweisung und Einführung in das Thema
-
System der
Atemschutzüberwachung in Theorie und Praxis
-
Hohlstahlrohrtraining
-
Innenbrandbekämpfung
-
Türprozedur
-
Suchen und
Retten
-
Notfalltraining
-
Rettungstechniken mit Bandschlinge, Rettungstuch und Mulde
-
Erkennen
von Gefahren
-
Techniken
zur umsichtigen Fortbewegung (Seitenkriechgang)
-
Einsatz von
Brechwerkzeugen (Feuerwehraxt, Türramme, usw.)
-
Techniken
zur Selbst-, Fremd- und Kameradenrettung
-
Improvisierte Eindringtechnik
-
Ventilationstechnik
-
Richtiges
Anlegen von Schutzkleidung
-
Abschlußtraining unter Realbrandbedingungen.
Ziele dieser Ausbildung sind, dass die
Atemschutzgeräteträger
-
bei Einsatz
von Strahlrohren wassersparend arbeiten
-
im Einsatz
den Schaden gering halten
-
eine
fachgerechte Personenrettung durchführen können.
Alle Bereiche des Trainings, insbesondere die
Abschlußübung im Brandhaus werden von erfahrenen Ausbildern begleitet um
jederzeit die Sicherheit der Teilnehmer gewährleisten zu können. Während des
praktischen Teils steht dann auch immer ein Rettungswagen zur Eigensicherung zur
Verfügung. In dem Zuge danken, wir den beteiligten Hilfsorganisationen für ihre
unentgeltliche Unterstützung.
Die
Notwendigkeit einer solchen Weiterbildung steht außer Frage und das Ergebnis
zeigt, dass ein solches Training angenommen und das Erlernte auch in der Praxis
angewandt wird.
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| Ein komplett ausgerüsteter Angriffstrupp | Ein Sicherheitstrupp |
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| Form der Rettung eines Kameraden mit der Bandschlinge | Form der Rettung eines Kameraden mit der Bandschlinge |
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| Form der Rettung eines Kameraden | Vorgehen des Angriffstrupp im Innenangriff |
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| Türprozedur (Tür öffnet nach Innen) | Türprozedur (Tür öffnet nach Außen) |
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| Schutzhaltung und Wassergabe bei einer Rauchgasdurchzündung (Flash over) | Absuchen eines verrauchten Raumes |
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| Erkennbarkeit des Atemschutzüberwachers | Atemschutzüberwachung mit seinem Material |
Ein paar Impressionen aus den Trainingseinheiten am 31.Mai und 06. Dezember 2008
31. Mai 2008
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06. Dezember 2008
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Fotos: Benjamin Koschmieder und Thomas Kiehne